Tagebuch über meine Jungen

Hier findet Ihr kurze Videos von meinem Nachwuchs.
Hier findet Ihr die Bilder von meinen Prachtmädels und –kerlen.

Sonntag, 23. Juni 2013
genau 3 Mondphasen

Heute ist ein ganz großer Tag, weil mein letzter Sohn bei uns auszieht. Die letzte gemeinsame Nacht mit meinem Gino war wieder eine klare Vollmondnacht, die für uns natürlich ganz besonders war, mit dem Bewusstsein, dass nun wieder eine „neue Zeit“ beginnt.

Ich wusste sofort, dass wir die perfekte Familie für Gino gefunden haben, mit Kindern, die genau das richtige Alter für ihn haben. Er wird viel Spaß mit ihnen haben und sie werden alle – natürlich auch die erwachsenen Menschen – viel Spaß mit ihm haben, mit viel Sport, Natur, Wald, Wasser, Gefühl, Zeit, Liebe, … kurz mit allem, was sich ein Hund wünschen kann.

Ab heute beginnt für uns eine Zeit, wie sie damals war, als ich noch alleinige Vierbeinerin im Haus war. Es ist noch etwas ungewohnt, aber sehr entspannend vor allem für mich. Ich kann endlich wieder bei meinen Zweibeinern sein, ohne Rücksicht auf andere Vierbeiner. Meine Zweibeiner wollten ja immer schon, dass ich wieder ins Haus komme, aber solange die Kleinen da waren, war mein Platz vor der Haustüre. Ich musste immer wissen was vorgeht und konnte nur vor der Haustüre relativ beruhigt und in Ruhe schlafen. Dort musste einfach jeder vorbei, wenn er zu uns wollte. Auch die Nächte verbrachte ich immer dort. Ab und zu nachschauen, ob mit den Kleinen alles passt und schnell wieder raus, so musste das sein.

Jetzt kann ich endlich wieder zu Füßen meines Fraulis liegen und tief und fest schlafen und muss über niemanden und nichts wachen. Das genieße ich sehr und ich weiß, dass das mein Frauli auch tut, während sie diese Zeilen schreibt. Wir können einfach nicht aus unserer „Kümmererrolle“ raus – das hat die Natur sehr klug eingerichtet. Aber jetzt bin ich keine „Kümmererin“ mehr 🙂

Gerechnet von der alles auslösenden Befruchtung sind diese fünf Mondphasen die aufregendsten und spannendsten meines Lebens gewesen, aber genau die haben mich erst zu einer ganz reifen Hündin gemacht, die noch gefestigter, selbstbewusster und erfahrener im Leben steht und die genau weiß, auf was es im Leben ankommt.

 

Donnerstag, 13. Juni 2013
11 Wochen

Nun sind bis auf den „zurückgekehrten“ Gino alle meine Jungen übersiedelt. Ich bin sehr glücklich, dass es ihnen allen in ihrem neuen Rudel sehr gut geht, dass sie gut umsorgt und geliebt werden und dass die neuen Rudelmitglieder wirklich genug Zeit mit ihnen verbringen. Mein Frauli telefoniert oft und gibt noch Anweisungen und Ratschläge weiter und ich spüre, dass es für alle sehr positiv ist. Hier gibt es Bilder, wie sich meine Jungen nach dem Umzug weiterentwickeln.

Gino wird vorerst bei uns bleiben. Das ist zwar nicht ideal, weil die Umgewöhnung in ein neues Rudel später schwerer ist als jetzt, wo er sowieso für alles offen ist und uns und sein altes Heim schnell vergisst. Er muss sich nun bei uns zurechtfinden und seinen Platz einnehmen und später im neuen Rudel nochmal, aber im Moment gibt es leider keine Alternative. Ich wäre ehrlich gesagt auch froh, wenn ich wieder alleinige „Hundechefin“ sein könnte, aber solange kein gutes neues Rudel gefunden ist, werde auch ich für Ginos Erziehung da sein 😉 Es ist spannend, welchen Weg sein Leben einschlagen wird. Ihr werdet es sicher erfahren.

Diese Woche war seine Schwester Lilli noch hier und es gab viele gemeinsame Spaziergänge mit Hundebegegnungen und allen möglichen anderen Eindrücken. Lilli und Gino sind sehr aufmerksam und passen auch gut auf, was wir machen. Sie kommen brav, wenn man sie ruft. Lilli, deren Radius schon relativ groß war, hat auch gelernt, dass es besser ist, bei Mama und dem Rest des Rudels zu bleiben. Am besten lernt man durch Erfahrung und die hatte sie, als sie zu weit entfernt von uns in eine für sie bedrohliche Situation kam. Dann war sie soooo froh, als sie wieder heil bei uns war.

Wir waren sogar schon in einem Gasthaus und zwar mit drei meiner Kleinen. Amy, Lilli und Gino waren so vorbildlich, wie es viele erwachsene Hunde nicht schaffen. Man merkt einfach, dass sie einfach nichts aus der Ruhe bringt. Die Gäste sowie auch das Personal waren natürlich sehr beeindruckt und ich war stolz.

Seit gestern ist Gino alleine ohne Geschwister und wir müssen uns erst auf diese neue Situation einstellen. Wir genießen es, dass es etwas ruhiger wird und unser Hundezimmer wurde wieder zum Wohnzimmer umfunktioniert. Schließlich heißt es nun auch für Gino ein normales Leben mit Menschen zu führen und überall dabei zu sein.

Für mich heißt es jetzt von Euch tagebuchmäßig Abschied zu nehmen, mich für Euer Interesse, Einfühlsamkeit und Hilfe in all unseren Phasen zu bedanken. Ihr ward für mich und mein gesamtes Rudel immer da und habt uns so viel Kraft und Energie gegeben und habt viel dazu beigetragen, dass alles so positiv gelaufen ist. Danke, dass es Euch gibt.

Ein ganz dickes Schleckerbussi von Mama-Lovis

 

Freitag, 7. Juni 2013
10 Wochen (und ein Tag, wenn man es ganz genau nimmt)

Diese Woche war sehr ereignisreich, weil jeder Auszug meiner Sprösslinge spannend, aufregend und teilweise sehr emotional ist. Die neuen Familien schaffen es kaum, uns/mir die Kinder wegzunehmen und meiner Familie wird es bei jedem Auszug bewusster, dass nun diese intensive, aber wundervolle Zeit zu Ende geht.

Mein Gino ist nach zwei Tagen wieder bei uns eingezogen, weil sein Herrli die Verantwortung und den Aufwand unterschätzt hat und auch bei der Organisation von verlässlichen Hundesittern, für die Zeit nach seinem Urlaub, versagt hat. Mein Frauli war sehr enttäuscht von diesem Zweibeiner und hat unseren Gino lieber gleich wieder zu uns genommen, bevor er Schaden nimmt. Nun darf er so lange hier bleiben, bis wir den wirklich perfekten Platz für ihn haben. Seine drei Schwestern und auch wir haben viel Spaß mit ihm, weil er sorgt für echte Unterhaltung mit seinem Temperament, seiner Lebensfreude, seinen Lausereien (in die Schwänze seiner Schwestern zu beissen) und vor allem mit seiner Vorliebe im Wasser zu plantschen. Wenn Gino trinkt, dann nimmt er oft gleichzeitig ein Bad im Wassernapf.

Ako ist am Dienstag zu seiner liebevollen Familie übersiedelt und er hat mir bereits stolz berichtet, wie gut es ihm dort geht.

Heute sind gleich zwei Mädels ausgezogen. Amy freundet sich gerade mit Kindern und Kater an und wie ich höre, macht ihr das riesen Spaß. Aiana durfte heute bis nach Tirol reisen, was trotz Einschränkungen wegen Hochwasser ohne Probleme geklappt hat. Auch sie zieht zu einer Katze. Bin schon gespannt, wie es den beiden geht.

Ich nehme den Auszug meines Nachwuchses relativ gelassen hin. Mein Frauli ist heute, nachdem die beiden Mädels ausgezogen sind, noch eine große Runde mit mir gelaufen und wir haben es beide sehr genossen. An allen Bächen sind wir stehengeblieben und ich bin geschwommen, weil ja jetzt überall so viel Wasser drinnen ist.

Im „Hotel Mama“ sind noch Lilli und Gino und sie sind froh, dass sie sich gegenseitig haben und daher fehlt auch den beiden nichts. Schlimm wird es dann für Gino, wenn er wirklich alleine überbleibt. Also derzeit ist es sogar gut so wie es ist, weil eigentlich wäre Lilli jetzt schon alleine.

Was kann ich Euch sonst noch berichten? Die Woche war wohl für uns alle sehr intensiv, zuerst wegen der fast unheimlichen Mengen an Wasser, die der Himmel auf uns heruntergelassen hat und dann wegen dem Hochwasser. Für uns war es ein wenig mühsam, weil meine Kleinen nicht mehr gerne hinaus wollten und alle ihre „Geschäfte“ herinnen erledigten. Ein vergleichsweise kleines Problem, wenn man hört, was für Schäden dieses Wetter sonst angerichtet hat.

Wir haben trotz Dauerregen jeden Tag Ausflüge mit den Bärlis gemacht, haben die Schafe besucht, sind am Agility-Platz herumgedüst, haben mit anderen Hunden gespielt, sind von allen Fußgängern und Radfahrern bewundert worden, haben in den vielen Pfützen und Seen gebadet und geplantscht und haben vor allem immer ganz viel Spaß gehabt. Die Zwerge können nun schon ganz toll mit Zweibeinern (oder umgekehrt) an der Leine gehen, sind mutig und verbellen sogar ganz große Hunde ;-), haben Pferde gesehen und Enten und Vögel verjagt. Meistens waren wir nicht mehr weiß, sondern braun, schwarz und waschelnass.

 

Donnerstag, 30. Mai 2013
9 Wochen

Diese Woche ist die letzte gemeinsame, was einerseits sehr traurig ist, andererseits ist die baldige Trennung unausweichlich. Die „Kämpfe“ zwischen meinen Bärlis werden immer heftiger, die Ausbruchsversuche immer mehr und erfolgreicher und gefressen wird so viel, dass man später mit dem Aufräumen der nicht vom Körper verarbeiteten Reste kaum nachkommt. Meine Milch ist immer noch gefragt, aber sie dürfen nicht trinken, wenn sie so wild sind und sie sind fast immer wild. So gesehen bin zumindest ich nicht ganz traurig, wenn es wieder ruhiger wird bei uns daheim.

Was diese Woche ganz heftig war, war das Wetter. Es regnete bis auf einen Tag fast durchgehend und vor allem ziemlich heftig. Unser Garten ist zum Schlamm-Gatsch-Acker geworden und meine Bärlis waren eher Braunbärlis als Eisbärlis. Weisse Schäfer waren sie jedenfalls nicht.

Nichts desto trotz haben wir einige Ausflüge gemacht. Die beiden Rudel aus der Hans-Sperl-Straße 7, d.h. das 4-köpfige Zweibeinerrudel und das 8-köpfige Vierbeinerrudel, sind wieder in die Allee geradelt. Dort durften meine Bärlis alle aus dem Anhänger aussteigen und sie waren gleich flott unterwegs in Richtung Bacherl. Einige haben sich sogar ein wenig hineingewagt, Gino immer vorne weg, wenn es ums Wasserplantschen geht.

Ich hatte ein wenig Stress, weil man nie weiß, was die anderen Hunde mit meinen Schätzen so vorhaben. Da bin ich lieber gleich ganz streng mit ihnen gewesen. Auch mit den Menschen bin ich nicht zimperlich umgegangen und habe sie vorsichtshalber verbellt. Ist ja normalerweise nicht so meine Art, aber über meine Jungen lasse ich nichts kommen. Ich hatte genug damit zu tun, sie überhaupt beieinanderzuhalten.

Auch das Leinengehen wurde geübt. Es durften immer ein paar Junge von mir eine Runde gehen. Entweder nur vor die Haustüre, wo man gleich mal mit den Autos Bekanntschaft macht. Das war aber kein Problem für sie. Die Autos wurden beobachtet, aber Angst hatte keiner. Diese Leinenausflüge brachten uns sogar bis zu den Schafen, wo Ako einem jungen Schaf sogar ein Bussi gegeben hat.

Akash und Umba sind gestern in ihr neues Rudel übersiedelt. Das war sehr aufregend, vor allem für die Zweibeiner. Den Kleinen geht es jetzt gut, nachdem sie heute Nacht etwas Sehnsucht nach uns hatten. Es ist jede Abnabelung auch mit Schmerzen verbunden, aber sie ist auch unumgänglich. Das erlebt man erstmals bei jeder Geburt und jetzt haben es meine Kleinen das zweite Mal zu spüren bekommen. Inzwischen erkunden sie ihre neue Umgebung und haben so viel Ablenkung, dass sie kaum Zeit haben, an uns zu denken. Sie werden bestens behütet, verwöhnt und versorgt.

Heute haben wir noch einen Ausflug gemacht. Da hatten wir nur noch fünf Bärlis mit. Es regnete heftig und wir waren ziemlich alleine unterwegs, weil normale Zweibeiner sind bei so einem Wetter nicht unterwegs. Gut, dass wir von keinen normalen Zweibeinern umgeben sind. Der Ausflug war nämlich soooo lustig. Wir stapften durch Pfützen (manchen von uns gefiel das allerdings weniger), sausten durchs hohe, nasse Gras, wollten die Schafe besuchen, aber die sind anscheinend wasserscheu (zumindest als wir da waren, waren sie nicht da) und gingen bereits relativ brav an der Leine. Wir waren alle pitsch patsch nass und danach haben wir ech gut geschlafen und intensiv geträumt.

Alle meine Bärlis sind gefestigt, neugierig, unfurchtsam, frech und fit – kurz: sie sind bestens gerüstet für den Umzug in ihr neues Rudel.

 

Donnerstag, 23. Mai 2013
8 Wochen

Der Beginn dieser Lebenswoche ist wieder spannend. Wir dürfen unseren ersten echten Ausflug machen und zwar zu meinem Freund Momo, den Schafehütehund. Meine Bärlis dürfen in einen ganz tollen Radlanhänger (da bringen wir fünf meiner Kleinen in einer großen Transportbox unter) und zwei dürfen in einen kleineren Radlanhänger. Ich darf natürlich nebenherlaufen und einige Menschen fahren mit ihren Rädern mit. In dem wirklich sehr großen Garten von Momo, wo es auch richtig hohes Gras mit Margeriten gibt, dürfen meine „sieben Zwerge“ aussteigen. Sie machen das ziemlich selbstverständlich und die Mutigsten fangen schon mal an, den armen Hausherren Momo zu verbellen. Der weiß nicht recht, was er mit meiner Rasselbande anfangen soll und ich habe das Gefühl, dass ihm seine Schafe viel viel lieber sind. Kein Wunder, mir würde es wohl mit seinen Schafen ähnlich gehen, wie ihm mit meinen Schäfchen. Man muss sich an alles gewöhnen. Wir müssten ihn öfter besuchen kommen. Meine Bärlis genießen den großen Auslauf und verfolgen Momo oder erkunden alles Neue. Solange bis sie alle umfallen und verstreut in der Wiese herumliegen. Wir lassen sie ruhen und genießen diese Idylle. Die Heimfahrt in den Anhängern ist wieder problemlos und lustig. Die Leute bestaunen alle meinen tollen Nachwuchs und ich bin stolz, aber auch froh, alle wieder heil daheim zu haben.

Zu Hause wird es immer turbulenter, meine Rudelmitglieder müssen die Zäune abdichten und die Absperrungen nochmal erhöhen, das Sofa vor der Zerlegung schützen, immer wieder „schimpfen“, wenn die Terrassentüre angenagt wird, kurzum sie müssen aufpassen, dass sie Herr/Frau im Haus bleiben. Es stellt sich für mich die Frage, wer hier in Kürze ausziehen wird.

Meine Kleinen haben so viel Energie, dass sie manchmal gar nicht wissen, wohin damit. Sie fetzen in einer Tour raus in den Garten, durch alle Tunnels und über Hürden wieder retour ins Haus, schlagen zwischendurch Haken und raufen miteinander bzw. um diverse Beute. Es kommen viele Kinder, die ebenfalls ihre Energien hier im Garten abbauen, mitlaufen, Beute herumzerren, Hindernisse und Höhlen bauen, Ball spielen und streicheln. Auch viele erwachsene Zweibeiner sind da und meine Jungen relaxen total, wenn die Massier- und Rundumverwöhnprofis Hand anlegen. Ich muss zuschauen, dass ich auch auf meine Rechnung komme, aber andererseits tut die Ruhe, alleine vor unserem Haus, auch ganz gut.

Nachdem das Wetter diese Woche ziemlich verrückt gespielt hat, haben meine Eisbärlis sogar fast Schnee kennenlernen dürfen. Anfangs waren die Hagelkörner noch lustig, aber dann ist es ziemlich heftig geworden und sie sind doch lieber alle ins Haus geflüchtet. Regenschirme, die mit einem Schnalz aufgespannt werden, sind inzwischen nichts Furchterregendes mehr. Der Schirm wird sogar als Beute verschleppt. Wehende Plastiksäcke und Bänder nehmen sie auch relativ gelassen hin. Natürlich werden diese auch immer wieder verbellt.

Heute war noch ein sehr aufregender Tag, da wir wieder alle zum Tierarzt durften. Wir hatten eine große „Hilfsmannschaft“, sodass das Verfrachten meiner Jungs und Mädels ins Auto schnell und problemlos erfolgte. Sie waren sehr zufrieden in ihrer gewohnten Box, in der sie schließlich ja auch oft schlafen und toben.

Meine Jungen sind nun keine U-Boote mehr. Sie haben einen tollen EU-Impfpass bekommen und sind gechipt, geimpft und untersucht worden. Sie wiegen jetzt zwischen 6,3 und 7,5 Kilo. Nur zur Erinnerung: bei der Geburt hatten sie rund 400 Gramm.

Dieser Ausflug zum Arzt war zwar schon ein wenig aufregend, aber unsere Helfer und natürlich der Arzt waren so perfekt, dass es trotz kurzem Aufjaulen beim Chipen (bei den meisten nicht mal das), ein total positives und schönes Erlebnis für alle war. Ich danke Euch allen, dass Ihr heute dabei ward.

 

Donnerstag, 16. Mai 2013
7 Wochen

Die Woche beginnt sehr spannend, weil wir mit meiner Bande zum Tierarzt dürfen. Dazu werden sie alle in die große Box zusammengekuschelt und ins Auto transportiert. Ich bin natürlich immer dabei. Wie bereits geschrieben, liebe ich unsere Tierärzte und gehe dort immer sehr gerne hin. Es gibt viel zu sehen und vor allem zu riechen und außerdem sind die Leute total nett zu mir. Meine Bärlis fühlen sich dort auch gleich wie daheim, als sie aus der Box heraus dürfen und den Warteraum erkunden. Sie werden dann immer zu zweit oder zu dritt untersucht, während die anderen im Warteraum bleiben. Conni, Lisa und Rudi und natürlich mein Frauli Marion sind auch dabei. Die Ärzte haben festgestellt, dass alle meine Jungen pumperlgesund sind. In zwei Wochen dürfen wir nochmal kommen, weil da werden alle gechipt und geimpft und bekommen einen EU-Impfpass, so wie ich auch einen habe. Die Heimfahrt war, so wie die Hinfahrt auch, eine Selbstverständlichkeit für meine Jungmäuse. Sie sind einfach cool und gelassen in allen Belangen.

Im Garten geht es jetzt noch mehr rund. Die Kleinen haben eine Geschwindigkeit und Geschicklichkeit bei ihren Herumtollereien, sodass keiner mehr in unserer Gegend einen Fernseher braucht. Unterhaltung gibt es in der Hans-Sperl-Straße 7a mehr als genug. Es kommen uns nach und nach auch meine Freunde und Freundinnen besuchen, die von meinem Nachwuchs unterschiedlich empfangen und begrüßt werden. Kira musste sich ein Bellkonzert anhören, aber sie kann das selber ja eh auch ganz gut. Jedenfalls sind meine Jungen sehr neugierig und müssen sich alle Besucher, ob Mensch oder Hund, genau anschauen.

Immer lustiger wird auch das Wasserplantschen. Ich mag ja so einen Gartenschlauch nicht besonders gerne, aber meine Jungen laufen richtig dem Wasserstrahl nach und „baden“ sogar im Deckel der Wassertonne. Durchbeissen wollen sie den Schlauch sowieso.

In der Früh, das ist manchmal schon um 5 Uhr, machen meine Jungmäuse oft ein ordentliches Konzert, sodass man besser gleich aufsteht. Mein braves Frauli Marion putzt dann die diversen „Geschäfte“ meiner Mäuse weg und wischt dann auch noch heraus, weil es ziemlich nass ist überall und die Decken und Leintücher auch ordentlich vollgesaugt sind. Es ist sehr vorteilhaft, wenn man das macht, bevor meine Bande so richtig in Schwung kommt und das ganze noch gleichmäßiger verteilen kann. Wie Marion da rauswischt ist wirklich lustig anzusehen. Am Ende das Wischerstiels ist nicht nur der Wischfetzen, sondern es hängen auch sieben weisse, bellende Knäuel dran und haben viel Spaß dabei 🙂 Ich wundere mich nur, was die da aufführen, mein Frauli und meine Bärlis – das finde ich sehr unterhaltsam.

Meine Bärlis wiegen jetzt gut fünf Kilo und sind, obwohl sie auf den ersten Blick alle gleich aussehen, doch sehr unterschiedlich. Es gibt einen echten Wuschelbären, der ein ganz dickes Fell hat, aber dafür beide Ohren noch nicht aufgestellt hat. Er braucht offensichtlich die ganze Energie für sein Fell. Die Kopfform ist auch sehr unterschiedlich, manche sind richtig schmal, vor allem im Vergleich zu dem beschriebenen „Bären“.

Ich bin gespannt wie lange die „Klagemauer“ (Absperrung zum Wohnbereich meiner Menschen) noch hält – siehe Videos. Einmal wurde sie ja bereits erhöht, aber nun wird es schon wieder brenzlig. Die Kleinen nehmen richtig Anlauf, um drüberzukommen

Meine Rudelmitglieder haben ganz tolle Halsbänder für meine Jungen gekauft, die sie natürlich sofort anlegen mussten. Anfangs fanden das meine „Mäuse“ gar nicht toll und sie wollten es dauernd runterkratzen, aber jetzt ist es schon eine Selbstverständlichkeit ein Halsband zu tragen, wie es sich für einen Hund gehört. Sie sind wirklich fesch damit. Es gibt natürlich sieben wunderschöne Farben (rot, orange, lila, blau, grün, grau, braun) und jeder hat das passende bekommen 🙂

Eines kann ich jetzt schon sagen: Alle meine Nachkommen sind unerschrocken und keineswegs schüchtern. Sie haben alle ein sehr gesundes Selbstvertrauen, das in Verbindung mit ihrer Neugier unser Leben sehr bereichert und natürlich ihr eigenes Leben sehr erfüllt.

 

Donnerstag, 9. Mai 2013
6 Wochen

Es wird immer anstrengender mit meinen sieben Bärlis. Am schlimmsten ist es in der Früh. Ich schlafe ja immer im Freien vor unserer Haustür oder noch besser vor dem Gartentor, weil so kann ich sicher sein, dass sich keiner zu meinen Jungen schleicht, ohne dass ich es bemerke. Dass der Zeitungsmann um 4 Uhr kommt, weiß mittlerweile die ganze Nachbarschaft. In der Früh meist so zwischen 5 und 6 Uhr schaue ich zu meinen Kindern und dann geht die Jagd nach meinen Zitzen los. Ich muss meine Bande erst etwas ruhiger werden lassen, bevor ich sie wirklich trinken lasse. Ich hüpfe immer wieder über den Zaun, um mich zu „retten“. Dann schauen wir uns eine Weile an, dann mache ich erneut einen Anlauf. Ein wenig ruhiger sind sie dann schon und sonst muss ich noch ein paar Runden durch den Bärlauch machen.

Sie stellen jetzt langsam ihre Ohren auf und man sieht, dass sie zu kleinen Schäferhunden werden. Manche erst eines, aber manche können schon beide halten. Es wird extrem viel gespielt, gerauft, gerannt, … eigentlich fast Extremsport betrieben. Daher ist der Hunger immer sehr groß und meine Rudelmitglieder haben viel zu tun, die Kleinen zu verköstigen. Sie sind sooooo extrem gierig, dass es bereits Einzelfütterungen gegeben hat, weil man den Jungen zwischendurch auch ein stressfreieres Fressen gönnen will. Einzelne Futterteller bei gleichzeitiger Fütterung bringen auch nichts, weil Gierschläuche zwischen den Tellern herumwechseln. Der Stress ist der gleiche. So gab es echte Einzelfütterungen in der Küche, weit weg von den Geschwistern. Sie wiegen jetzt bereits bis zu viereinhalb Kilo. Das Wiegen wird allerdings immer schwerer und ungenauer, weil entweder wird die Waage angeknabbert, die Wiegeschüssel herumgezerrt oder man streitet sich gar um den Platz in der Schüssel. Es ist jedenfalls immer sehr lustig.

Es wird überhaupt alles angeknabbert was ihnen in die Quere kommt. Am lustigsten sind Socken und Schuhe, die immer wieder von unvorsichtigen Leuten in der Gegend herumliegen. Die findet man dann nicht mehr so einfach. Außerdem haben sie sich einen Weg unters Sofa „gegraben“. Die Absperrrung fanden sie nicht so praktisch und so wurde der „Begrenzungsplastikboden“ herausgezerrt, sodass ein Durchgangsloch entstand. Unten in der „Sofahöhle“ gefiel es den Kleinen besonders gut, auch wenn es so eng war, dass sie fast Mühe hatten, wieder herauszukommen. Als meine Rudelmitglieder das Loch wieder zumachten und es am Abend zum Schlafengehen war, gab es großen Protest. Die wildeste Maus wollte unbedingt dort rein. Sie saß vor dem Sofa und schrie erbärmlich. Irgendwann begnügte sie sich doch mit einer der vielen anderen Höhlen (diverse Transportboxen der zukünftigen Welpenbesitzer) und schlief endlich tief und fest.

Im Garten geht es sowieso immer rund. Es gibt dort das tolle Tunnel, das am Abhang „montiert“ ist, sodass die Kleinen richtig runterrutschen können, was ihnen sichtlich Spaß macht. Außerdem sind auch dort viele Unterschlupfe zum Durchlaufen, Klettern und Ruhen. Da kann man auch vor mir flüchten, wenn ich streng war, weil ich passe da nicht hinein. Finde ich manchmal richtig ärgerlich. Meine Jungen laufen über Gitter genauso wie über raschelnden Untergrund, egal ob rutschig, steinig oder sonstwie. Sie finden einfach alles spannend und so wirklich schrecken kann man sie alle nicht so schnell. Rasenmäher, Kinderlärm, Motorengeräusche, Bohren, Hämmern, … kennen sie alles schon. Nur wenn ich jemanden verbellen muss, flüchten sie in sichere Höhlen. Nur wenige sehr mutige bellen bereits mit mir mit. Klingt schon sehr furchterregend!

 

Donnerstag, 2. Mai 2013
5 Wochen

Der Wochenbeginn war, wie Ihr fast alle schon wisst, sehr sehr traurig. Wir mussten die kleine Angel über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Der große, völlig unerwartete Schock dauert, vor allem für mein Frauli, immer noch an. Für mich als Mutter-Hündin geht das Leben ganz normal weiter. Die Natur regelt das, nicht jedem wird ein langes Leben geschenkt und wir werden die Gründe dafür nie erfahren. Unser aller Leben geht weiter und ich lebe immer im Jetzt. Ich kenne kein Selbstmitleid, was das Leben in dieser Situation sehr erleichtert, und so kann ich meine Pflichten als Mama unverändert mit all meinen Kräften erfüllen.

Meine sieben Eisbärlis fordern mich ganz ordentlich. Der Garten, die Terasse, die Hundehäuser, die diversen Spielsachen, das Bärlauchwäldchen, das Gras, alle anderen Pflanzen, Holz, Steine, Wasser, … werden erforscht und untersucht. Das Leben ist spannend, das sieht man an so jungen Wesen.

Meine Jungen überfallen mich richtig, wenn ich sie nach der Ruhepause wieder besuche. Da habe ich fast ein wenig Stress, wenn sie alle gleichzeitig bei mir trinken wollen. Das können wir jetzt nur noch im Stehen, weil im Liegen geht sich das platzmäßig nicht mehr aus. Erst wenn die ersten aufgegeben haben und der Durst etwas nachlässt, wird es auch für mich wieder gemütlich und ich darf mich hinlegen. Das Trinken geht dann langsam in spielen, kuscheln und schlafen über. Das ist so richtig harmonisch und wir alle genießen es sehr.

Die Kleinen bekommen nun immer mehr und mehr zu fressen und es schmeckt ihnen allen sehr. Mit ihrem Fresstempo kann ich nicht mithalten, aber sie müssen auch zusehen, dass sie nicht zu kurz kommen. Sie haben zwar viele Tellerchen, aber da frisst trotzdem jeder bei jedem mit, während ich immer meinen eigenen Napf bekomme. Aber wie es aussieht, bekommt auch bei den Kleinen jeder genug ab, weil sie wiegen bereits alle über drei Kilo. Sie fressen übrigens das gleiche wie ich, nur ganz fein zerkleinert und keine großen Fleischstückchen.

Wie immer müsst Ihr Euch die Bilder und Videos ansehen, weil die Aktivitäten kann man nicht so gut beschreiben, die muss man gesehen haben!!!

 

Donnerstag 25. April 2013
4 Wochen

Es geht rasant dahin mit der Entwicklung meines Nachwuchses. Weil meine Rudelmitglieder so neugierig sind, werden die „Kleinen“ immer noch jeden Tag abgewogen, wenn auch die Wiegeschüssel schon etwas größer werden musste. Manche finden es in dieser Schüssel so bequem, dass man sie gar nicht mehr herausnehmen möchte. Das Ergebnis der „Wiegung“ liegt zwischen 2,30 und 2,70 Kilo.

Meine Jungen bekommen jetzt auch schon so ein Futter wie ich, was ich anfangs gar nicht verstehen wollte, da sie eh bei mir so viel bekommen. Da habe ich die „kleinen Gerichte“, die meine Rudelmitglieder liebevollst hergerichtet haben, lieber selber gefressen. Inzwischen fresse ich nur noch die Reste bzw. putze alles zusammen, wie es für Mamas eben so üblich ist und wie ich es beim „Rudel-Papa“ gesehen habe 😉

Nachdem der Auslauf am Wochenende im Wohnzimmer bis zu den Terrassentüren ausgedehnt wurde, was die Kleinen langsam und vorsichtig auch annahmen, wurde jetzt bereits das „Freiluftgehege“ eingeweiht. Meine Rudelmitglieder haben dazu einen Teil des Gartens eingezäunt mit direktem Zugang ins Wohnzimmer. Ist eigentlich sehr komfortabel. Für mich sind die Zäune leicht zu überspringen und für die Kleinen ist der Auslauf mehr als genug. Erst seit heute haben sie sich alle bis auf die Wiese hinausgetraut. Die Türe wäre schon seit zwei Tagen offen gewesen. Es ist eben kuscheliger auf kleinem, bekannten Raum und es braucht große Überwindung über die Schwelle in die helle, laute, neu riechende, unheimliche Welt hinaus. Die zwei Unerschrockensten haben gestern spät abends, als es schon finster war, angefangen, den Garten zu erkunden.

Es wird jedenfalls immer lustiger mit meinen weißen Bärlis und ich kann auch schon ein wenig mit ihnen herumbalgen. Mit ihren Geschwistern kugeln sie sowieso die ganze Zeit herum, knurren und bellen schon und man erkennt schon ein wenig die einzelnen Charakterzüge. Es ändert sich zwar ständig, aber Grundzüge könnte man vielleicht schon erkennen. Mal schauen, was die nächsten Tage bringen.

Alles Liebe bis nächste Woche. Ich mach jetzt noch einen Vollmondspaziergang. Eigentlich will ich jetzt nicht ein Monat jünger sein, weil das war damals ganz schön anstrengend, in der letzten Vollmondnacht.

 

Donnerstag, 18. April 2013
3 Wochen

Meine Mädels und Burschen entwickeln sich weiterhin prächtig und ich darf stolz sagen, dass sie zu echten Schönheiten heranwachsen. Sie setzen ihre Augen und Ohren voll ein, was man deutlich merkt, wenn man in ihre Nähe kommt. Bei mir sowieso, weil sie sich immer eine Mahlzeit erhoffen. Ich habe es nun so eingerichtet, dass ich sie nur schnell kulinarisch zufriedenstelle und dann haue ich ab und halte vor unserem Haus Wache. Dazu lege ich mich vor das Gartentor, sodass ich sicher bin, dass niemand an mir vorbeikommt. So kann ich auch schlafen, weil das muss jetzt auch sein. Schließlich habe ich ja auch nachts keine Ruhe vor dem „Ausgesaugtwerden“.

Meine Jungen wiegen jetzt schon fast zwei Kilogramm, wobei der leichteste, aber sehr umtriebige Bursche erst 1,60 Kilo hat. Ich habe das Gefühl, dass keiner zur kurz kommt, auch wenn es jetzt schon schwer wird, alle gleichzeitig trinken zu lassen.

Meine Rudelmitglieder haben den Auslauf für meine Jungen nun auf ein ganzes Zimmer ausgeweitet. Anfangs bekamen die Kleinen fast einen Stress, wenn sie sich gegenseitig nicht mehr spüren konnten. Jetzt sind sie schon flott auf ihren vier Beinen unterwegs und machen sich einfach auf den Weg und suchen nach dem nächstbesten Geschwisterchen. Entweder zum Kuscheln, oder auch zum „Ärgern“. Sie spielen schon sehr nett miteinander und haben sichtlich viel Spaß dabei.

Für mich ist der größere Raum auch ganz praktisch, weil ich nicht mehr so aufpassen muss, wo ich mich hinlegen soll. In der Wurfkiste war das schon nicht mehr so einfach. Aber auch ich hatte anfangs Stress, weil alle so verstreut geschlafen haben. Inzwischen muss ich mich auch in diesem großem Raum beim Hinlegen beeilen, weil die Kleinen werden immer flotter und der Trubel unter mir ist schneller da, als mir lieb ist. Andererseits verschlafen manche auch die Mahlzeit, sodass nicht immer alle acht an mir hängen. Das ist sehr angenehm. Weniger angenehm sind die Zähnchen, die jetzt schon durchkommen. Es wird Zeit, dass sich bald etwas anderes findet, als meine Milch.

Die ersten Bellversuche gibt es auch schon. Unsere Nachbarin ist weniger überzeugt davon und hätte diese Laute nicht als „Bellen“ bezeichnet, aber ich finde es gar nicht so übel. Quitschen und Quatschen können sowieso alle ganz gut, wobei eine junge Dame eine echte Quatschtante ist.

Seht Euch einfach wieder die neuen Videos an, dann könnt Ihr besser mitleben. Bei den Fotos wird es jetzt schwerer. Da bräuchten wir eine bessere Kamera, weil Ruhighalten spielt es jetzt nicht mehr und so werden die meisten Bilder unscharf. Wir werden einfach ein paar Fotografen einladen…

 

Donnerstag, 11. April 2013
2 Wochen

Ich bin gerade mit meinem Herrli eine Nachtrunde, daher lasse ich mal kurz meine Rudelführerin schreiben:
Das ist schön, dass mich Lovis auch mal zu Wort kommen lässt. Also eines muss ich gleich schreiben, weil es mich wirklich fasziniert hat. Und zwar, wie souverän Lovis acht Welpen auf die Welt gebracht, perfekt aus der Fruchtblase herausgeholt, geschleckt und präzise abgenabelt hat. Alles, ohne ein Buch darüber gelesen, im Internet recherchiert oder ihre Mama befragt zu haben. Genial!!! Ich habe wirklich großen Respekt und Achtung vor ihr. Und auch jetzt die ersten 14 Lebenstage ihrer Jungen hat sie eine Ruhe und Gelassenheit, pflegt, säubert und säugt ihren Nachwuchs, sodass alle bereits ihr Geburtsgewicht verdreifacht haben. Außerdem lässt sie ihre Wurfkiste offen für alle Besucher und jeder darf bei ihr lernen. Offensichtlich spürt sie, dass wir Menschen das nicht mehr so toll hinbekommen. So jetzt muss ich aufhören, weil erstens bin ich zuuuu müde und zweitens ist meine Supermama wieder gekommen. Die soll dann morgen selber weiterschreiben. Bis dann …

So, jetzt erzähle ich Euch wieder mal, wie es uns so geht:
Zwei Wochen führe ich nun schon ein völlig anderes, aber für mich selbstverständliches Leben. Wie ich gelesen habe, wundert sich mein Frauli über meine mütterliche Fürsorglichkeit und vor allem über mein Wissen. Für mich ist das das Natürlichste der Welt, meine „Mäuse“ immer zu hegen und zu pflegen und nicht aus den Augen zu lassen. Wobei, das muss ich nun etwas relativieren, weil inzwischen machen wir lange Ausflüge, ich treffe meine Freunde und habe Spaß mit ihnen herumzutollen, laufe mit meinem Frauli, immerhin schon wieder die 10-Kilometer-Runde, und bin oft schon über eine Stunde unterwegs. Eine Wölfin muss sich ihr Fressen selber besorgen, was wohl weit anstrengender sein muss, als meine gemütliche Menschenlaufrunde. Mir tut es jedenfalls gut, weil fast ausschließlich als „Milchkuh“ herzuhalten, ist weit anstrengender.

Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie viele Menschen meine Jungen bewundern kommen und sie werden wirklich „wunderlich“. Ich wünsche mir, dass meine großen Kinder später weiterhin solche positiven Begegnungen mit Menschen haben werden. Diese Besuche nehme ich relativ gelassen hin, wenn sie mich auch manchmal durcheinanderbringen, da ich die Menschen alle begrüßen will, was aber während des Säugens etwas schwierig ist. Aber so werden meine Jungen noch robuster, was ja nie schaden kann. Ich selbst bin manchmal sehr müde und bin froh, dass auch meine anderen Rudelmitglieder „aufpassen“, wenn Besuch da ist. Wie immer, können wir aufeinander vertrauen.

Jetzt aber zu meinem Nachwuchs. Wie Ihr auf den Bildern und Videos sehen könnt, geht die Entwicklung sehr rasant voran. Alle haben ihr Geburtsgewicht bereits verdreifacht, d.h., dass jeder täglich zwischen 50 und 70 Gramm zugenommen hat. Ich selber muss fast die dreifache Menge fressen, um diese Nachfrage an Milch „bereitstellen“ zu können. Ich bekomme ordentliche Mengen verschiedenstes rohes Fleisch (ca. 2 Kilo pro Tag), Reis, Nudeln, diverses Obst und Gemüse, Kräuter, Topfen, Joghurt, Milch, Eier, Fisch (ist nicht meine Lieblingsspeise), zwischendurch mal einen Knochen zum Nagen, …

Meine Jungen fangen seit zwei Tagen an ihre Augen zu öffnen. Gleichzeitig gehen auch die Ohren auf. Bisher ging alles nur nach der Nase. Die meisten stehen bereits auf allen Vieren, wenn auch noch etwas „rauschig„, aber ein Weilchen geht das schon. Sie beginnen sich gegenseitig „aufzufressen“ – ich meine natürlich, sie nehmen alles in ihr Mäulchen, was ihnen unterkommt. So auch die Pfoten ihrer Geschwister, oder ihre eigenen, oder auch die Ruten der Geschwister. Das ist jetzt richtig lustig anzusehen. Ich bin gespannt, wann es der erste Welpe schafft, aus der Wurfkiste herauszuklettern. Etliche Versuche gibt es jedenfalls. Die Stelle des „Höhleneingangs“ ist sehr begehrt.

Jetzt habe ich gerade wieder eine Runde als Milchausschank hergehalten. Danach „flüchte“ ich immer in den Garten. Am besten finde ich den kalten Terrassensteinboden. So richtig fein zum Relaxen und wieder Auskühlen. Auch in der Nacht will ich, sehr zum Leidwesen meiner Rudelmitglieder, immer raus. Egal ob Regen oder gar Schnee (wäre mir auch noch recht). Meine Jungen rufen mich schon wieder zurück bzw. muss meine Milch von Zeit zu Zeit entleert werden. Da geht man gerne wieder in die Kiste und lässt sich aussaugen und schleckt nebenbei eine Runde über die kleinen Bäuchlein und Popos 🙂

 

Ostermontag, 1. April 2013
Tag 5

Meine Jungen sind nun schon fünf Tag alt und wir sind ein gut eingespieltes Team. Die Tage und auch die Nächte bestehen für die Kleinen nur aus Trinken und Schlafen. Ich bin immer noch ganz schön gefordert, denn es ist anstrengend, dauernd acht unruhige Würmchen rund um mich zu haben, die mich im wahrsten Sinne des Wortes aussaugen. Manchmal tut eine kurze Pause im Osterschnee ganz gut und ich bleibe sogar eine Zeit draußen, um mich im Schnee zu kühlen. Es ist nämlich ganz schön warm in unserer Höhle, was meinen Kleinen zwar taugt, aber mir nicht besonders. Ich liebe immer die Kälte. Trotzdem kann ich nicht lange raus. Meine Rudelmitglieder meinen zwar, dass ich bleiben darf, aber ich kann einfach nicht. Ich muss auf meinen Nachwuchs schauen, sauber machen, lecken und mich aussaugen lassen.
Meine Kleinen haben nun schon schwarze Nasen und Pfoten bekommen und außerdem ordentlich an Gewicht zugelegt. Das Geburtsgewicht lag zwischen 380 und 440 Gramm und inzwischen liegen wir bei 505 und 670 Gramm.
Ich habe eine echte Sängerin zur Welt gebracht, die ziemlich oft „singt“ (manchmal sogar beim Trinken) und auch viele verschiedene Töne auf Lager hat. Außerdem gibt es eine relativ unruhige Seele, die ständig unterwegs ist und den Schlafenden drüber- und drunterklettert. Es gibt auch ziemlich gelassene Typen, die alles völlig kalt lässt. Manche kuscheln sich gerne zu mir und zu den anderen, aber es gibt auch Einzelschläfer. Alle meine Jungen träumen schon viel und laufen, schütteln und schlecken im Schlaf. Es gibt auch unterschiedlichste Reaktionen, wenn meine Rudelmitglieder meine Kinder aus der Wurfkiste nehmen. Manche protestieren lautstark, aber die meisten genießen es sofort, wenn sie bei meinen Menschen kuscheln dürfen. Was ich auch noch erstaunliches gesehen habe: Meine Jungen können sich bereits mit den Pfoten auf der Schulter kratzen.

Ich durfte jetzt gerade (20 Uhr) mit Marion eine große Runde durch „unser Revier“ gehen und nachprüfen, was ich alles versäumt habe. Außerdem sollen alle wissen, dass es mich schon noch gibt und ich habe einen Stress, alles zu markieren. Wir sind wieder beim Bacherl gewesen, wo ich viel getrunken und das leckere Gras genossen habe. Jedenfalls sollte sich Marion das nächste Mal das Laufgewand anziehen, weil ich habe es etwas eiliger – das versteht sich wohl von selbst.

Jetzt halte ich gerade wieder als Milchbar her und alles schmatzt genüsslich.
mmh mmh mmh mmh mmh mmh mmh mmh

 

Gründonnerstag, 28. März 2013
die Nacht des großen Wurfs

In dieser klaren kalten Vollmondnacht habe ich acht wunderbaren Welpen (4 Mädels 4 Burschen) das Leben geschenkt. Es war anstrengend aber schön. Mehr schreibe ich Euch später… Vielleicht kommt ja noch eins…

So es ist bereits Karfreitag der 29. März und ich bin wieder fit genug um Euch ein wenig über die Geburt zu erzählen:
Nachdem wir meinen wohl für längere Zeit letzten Spaziergang zum Bacherl gemacht hatten, spüre ich, dass es nun nicht mehr lange dauern kann. Ich verziehe mich in mein Höhle, die wirklich sehr komfortabel ist. Immer wieder muss ich raus, weil mein Bauch zieht. Im Garten ziehe ich noch unzählige Runden, besuche alle meine „Nesterl„, hocke mich ständig hin und presse. Marion begleitet mich immer. Sie hat wohl Angst, ich könnte meine Jungen im Freien gebären. Ohne Höhle wäre das jedenfalls viel zu kalt. Es ist sogar Eis in der Regentonne, so kalt sind diese Ostern. Vor Mitternacht beginnen die Wehen intensiv. Ich bleibe nun in der komfortablen Höhle.
Es ist anstrengend, ich muss viel hecheln und mühsam pressen. Um 1 Uhr geschieht das erste Wunder 🙂 Ich weiß sofort was zu tun ist: schnell die Fruchtblase wegziehen, aufbeissen, wegschlecken, die Nabelschnur durchbeissen, die Nachgeburt auffressen, schlecken, schlecken, schlecken. Anfangs ist das „Wunder“ noch regungslos gewesen, aber bald beginnt es das Mäulchen aufzureissen, zu schnaufen und zu quietschen. Ich habe es geschafft. Mein Bauch beginnt schon wieder zu ziehen und der Drang zu pressen ist da. Das nächste Wunder kündigt sich an und ich schaffe es auch bald, es herauszupressen. Wieder dieselbe Prozedur. Alles läuft wie am Schnürchen. Ich bin konzentriert und auch angespannt, aber auch sehr zufrieden. Es klappt alles perfekt. Nun bin ich schon zweifache Mama und es sollen noch mehr kommen. Bis 4 Uhr in der Früh sind bereits sechs Babies auf der Welt. Ich bin relativ fertig, aber es tut sich immer noch was in meinem Bauch. Ich muss auch mal raus in den Garten in die schöne Vollmondnacht. Nach einer guten Stunde ist es soweit. Es war sehr harte Arbeit, dem siebten Wunder das Leben zu schenken und ich hatte auch etwas Stress bei meiner nun schon gewohnten Säuberungsarbeit und musste dabei etwas jammern. Ich habe es geschafft! Aber nochmal ist es soweit und ein achtes Wunder ist da. So praktisch als Draufgabe noch ein Mädel. Um 6 Uhr in der Früh wird es langsam ruhiger. Mein Bauch zieht sich immer noch zusammen. Ich gehe nochmal raus in den Garten und werde noch etwas Blut los. Alles wird aufgeschleckt und gesäubert.
Schnell rein zu meinen Kindern und zur Ruhe kommen. Ich habe wirklich viel geleistet und bin stolz auf meine quietschende Bande!
🙂  🙂  🙂  🙂  🙂  🙂  🙂  🙂

 

27. März 2013
der Tag vor der Vollmond- und Wurfnacht

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Heute Nacht musste ich oft raus in den Garten, alles inspizieren und meine diversen Nesterl tiefer graben. Danach war es aber immer wieder sehr fein herinnen. Auch meine Wurfhöhle hab ich zum Schlafen ausprobiert. Im Haus habe ich auch alles durchsucht. Sogar bis in den Dachboden zu Florian bin ich vorgedrungen und hab ihn aufgeweckt. Ich war auch bei Conni, aber die hat sich nicht gerührt 🙁
Tagsüber schlafe ich viel und verziehe mich immer öfter in meine Höhle.
Um 18 Uhr machen wir nochmal einen Ausflug zum Bacherl. Am Rückweg muss sich mein Frauli die Jacke ausziehen, weil sie so ins Schwitzen kommt, da ich’s gar so eilig hab nach Hause zu kommen. Dort verziehe ich mich gleich in meine „Höhle“.

 

25. März 2013

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Nachdem so viele Leute mit mir mitfühlen, was ich sehr schön finde, raffe ich mich nochmal kurz auf und schreibe ein paar Zeilen, bevor ich dazu keine Zeit mehr habe:
Es geht schon ein wenig rund in meinem runden Bauch und das macht mich doch etwas unruhig. Dauernd muss ich raus in den Garten und grabe umeinander. Ein Nesterl wäre nicht schlecht, denke ich. Mein Frauli ist ebenfalls etwas unruhig und sagt mir immer, dass es eine so wunderschöne Wurfkiste für mich gibt. Aber ich denke, dass ich vielleicht doch noch etwas Besseres finde, wo ich wirklich ungestört bin.
Vorletzte Nacht hab ich den Wohnzimmerteppich umgedreht. Aber die Höhle dort unten drinnen hat mich nicht überzeugt und mein Frauli schon gar nicht. Sie legt den Teppich einfach wieder so fad wie immer hin – ohne Schlupflöcher und Höhlen. Dafür hat sie über die Wurfkiste eine Decke gelegt. Das gefällt mir schon besser. So habe ich letzte Nacht doch mal diese Kiste inspiziert. Man kann auch hier drinnen ein Nesterl bauen, weil es gibt viele Handtücher zum Herumwühlen. So schlecht ist sie ja vielleicht doch nicht, diese „Höhle“. Mit diesem Wissen habe ich nochmal beruhigt weitergeschlafen, gut und fest, weil noch geben die Kleinen eine Ruhe.
Falls Du noch wichtige Tipps hast für meine bevorstehende spannende Zeit, freu ich mich, wenn Du das hier machst. Alles Liebe bis zum nächsten Mal.

 

15. März 2013

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Meine Jungen hängen sich nun schon ganz schön an und ich werde gezwungen, das Leben etwas gemütlicher anzugehen. Heute waren wir nochmal beim Ultraschallen und die Menschen machten einen sehr zufriedenen, ausgeglichenen Eindruck. Sie konnten sehen, wie die Herzerl meiner Kinder schlagen und vor allem die Wirbelsäulen konnte man gut erkennen, selbst wenn man kein geschultes Auge hat. Man kann allerdings nie sagen, ob man alle Welpen gesehen hat, weil die liegen ganz schön durcheinander, selbst wenn jedes in einer eigenen Fruchtblase „wohnt“. Zählen könnte man sie nur, wenn man ein Röntgen macht, aber das wollen wir nicht. Da lassen wir uns lieber überraschen. Es gibt auch Menschen, die jetzt schon wissen, dass es sechs werden.
Am 27. März ist mein 62. Trächtigkeitstag und außerdem Vollmond. Das ist ein Tag, den Ihr Euch jetzt schon merken könnt 🙂

Ich schlafe nun wieder, weil das tut sooo gut.

 

21. Februar 2013

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Ich weiß das ja schon lange, aber die meisten Menschen glauben es erst, wenn sie es sehen und beweisen können.
Daher bin ich heute mit Marion in meine geliebte Tierarztpraxis gegangen, wo die Menschen ein Gerät haben, mit dem sie von außen in meinen Bauch hineinschauen können. Sie nennen das Ultraschall.
Jetzt erst wissen es auch die Menschen, dass ich viele kleine Babies (es sind mindestens drei) in meinem Bauch trage und diese wahrscheinlich Ende März das Tageslicht erblicken werden.
Der Papa ist übrigens der ganz tolle, einfühlsame und wunderschöne Magic. Wir durften vor fast einem Monat zwei Liebestage miteinander verbringen. Den Menschen war dabei ziemlich kalt, aber wir beiden hattens echt heiß 🙂

Tja, jetzt werde ich mir’s bis Ende März gutgehen lassen, viel schlafen und Kräfte sammeln. Ich werde sie brauchen.