Flächeneinsatztauglichkeit

Flächeneinsatztauglichkeit

Am Freitag und Samstag den 11. und 12. Juni 2016 haben wir bei uns in der Stadt Salzburg und der näheren Umgebung die Einsatztauglichkeit in der Fläche bewiesen.

Bei dem sogenannte Flächeneinsatztest musste ich, innerhalb von 24 Stunden in drei Suchen bis zu fünf vermisste Personen finden.

Angefangen haben wir in einem sehr dicht verwachsenen Waldstück am Almkanal. Kinder sind vom Spielen nicht mehr nach Hause gekommen und es fehlte vorerst jede Spur. Eines dieser „entlaufenen und völlig erschöpften“ Kinder habe ich im dichtesten Gestrüpp aufgespürt und Marion angezeigt, wo es liegt. Ich zeige das nicht, wie die meisten meiner Kollegen, mit Bellen an, sondern ich bringe Marion ein sogenanntes Bringsel (ein kleines „Sackerl“, das an meinem Halsband befestigt ist). Sobald ich jemanden gefunden habe, nehme ich das Bringsel in meinen Fang, laufe damit so schnell wie möglich zu Marion und führe sie dann zur gefundenen Person. Mehr zum Bringseln könnt Ihr hier lesen.

Ich habe nach diesem Fund noch den Rest dieses Waldstückes abgesucht, fand aber kein weiteres vermisstes Kind. Wir mussten Meldung abgeben und die Prüfer beobachteten genau, ob wir wirklich das gesamte Suchgebiet abgedeckt haben. Im Ernstfall kann es ein fataler Fehler sein, wenn man fälschlicher Weise behauptet, dass in einem bestimmten Gebiet keine Person mehr liegt. Das Waldstück war zwar sehr dicht verwachsen, aber glücklicher Weise nicht besonders breit, sodass wir ziemlich sicher sein konnten, nichts „übersehen“ zu haben.

Diesen Flächeneinsatztest besteht man nur, wenn man alle Opfer findet, aber man weiß leider nicht, wie viele es sind. Das ist ziemlich ungut. Man muss 1. alle Opfer finden, 2. eine gute Strategie haben und 3. darf man die Ressourcen seines Hundes nicht verschwenden. Das ist eine gewisse Herausforderung.

Um ein Uhr in der Nacht wurden Marion und ich auf den Mönchsberg gerufen. Zwei Personen sind von einer Feier abgängig gewesen und man nahm an, dass sie entlang eines bestimmten Weges unterwegs waren. Diese „Wegrandsuche“ geht über zwei Kilometer, und wie der Name schon sagt, musste ich hier den Rand des Weges absuchen. Marion hat schon ein wenig Stress bekommen, weil ich, bis kurz vor dem Ende unserer Strecke, erst eine Person gefunden habe. Aber, wenn vorher nichts ist, dann kann ich auch nichts anzeigen. Total souverän habe ich auch die zweite, etwas müde und leicht angeheiterte, Personen gefunden. Marion war erleichtert und sehr zufrieden mit mir :-). Schön, wenn man das spürt.

Erst um 3 Uhr sind wir ins Bett gefallen und um 9 Uhr gingen die nächsten Suchen los. Diesmal in einem Wald mit vielen verzweigten Wegen. Nachdem wir das zweite Opfer (das insgesamt fünfte und letzte Opfer – juhu!) gefunden hatten, schon einiges Zickzack hinter uns hatten und mitten im dichten Wald herumstanden, wurde Marion von den Prüfern gefragt, wo sie sich gerade befindet. Marion musste unseren Standpunkt auf einer Satellitenkarte anzeigen. Perfekt! Die Prüfer waren nicht nur mit mir, sondern auch mit Marion sehr zufrieden.