„Bringseln“

„Bringseln“

Es gibt verschiedene Methoden, wie wir Hunde unseren Menschen anzeigen, dass wir jemanden gefunden haben. Die meisten Suchhunde, die wir kennen verbellen, d.h. sie bleiben beim Opfer und bellen so lange, bis die Hilfe der Zweibeiner kommt.

Eine, zumindest bei uns in Österreich nicht so übliche Anzeigeart ist das Bringseln. Den Ursprung hatte das Bringseln im Krieg. Wir Hunde suchten die Verletzten und nahmen von ihnen irgendeinen Gegenstand mit (Hut, Haube, Handschuhe, …) und brachten diesen zu den Helfern. Wir Hunde sollten nicht bellen, weil sonst die Feinde aufmerksam wurden. Hier gibt es ein nettes altes Video dazu.

Eine ganz tolle Rettungsaktion von mir, im Zuge einer Katastrophenübung in den Trümmern, erzählt von dem Geretteten und noch ein paar Bilder davon, findet ihr in diesen Links.

Nachdem bei den Verletzten nicht immer ein Gegenstand mitzunehmen war und man vermeiden wollte, dass wir mit Gewalt zu einem Gegenstand kamen, ist man auf die Idee gekommen, uns ein Bringsel umzuhängen. Sobald wir beim Opfer sind, nehmen wir das Bringsel auf (d.h. in unseren Fang) und bringen es zu unseren Menschen und führen sie dann zum Opfer. Es ist eine schöne, ganz ruhige Methode, die auch zu mir ganz gut passt. Ich belle ohnehin kaum, außer es ist unbedingt notwendig und das ist selten notwendig, weil das meiste kann man in Ruhe regeln.

So haben wir uns an das Bringseln gemacht. Anfangs war es nicht so einfach, weil es doch mehrere Schritte gibt, die fix einzuhalten sind. Ich dachte, wenn ich irgendwas in der Nase habe, nehme ich dieses Ding, bringe es zu Marion und dann kann ich später auch noch genauer suchen. Dass ich unbedingt immer ganz zum Opfer muss und dann erst wieder retour zu Marion, das wollte ich nicht einsehen. Für die Prüfungen muss das aber sein. Im echten Einsatz ist es vor allem wichtig, dass Marion kapiert, was ich ihr sagen will und dass ich wirklich weiß, wo das Opfer ist. D.h., wenn ich das Bringsel gebracht habe, dann weiß ich auch, wo das Opfer liegt. Darauf muss sich Marion verlassen können.

Hier auf dem Bild seht Ihr das Bringsel (anfangs verwendeten wir einfach ein Stück Gartenschlauch). Ich habe eines im Fang, das beim Opfer war. Das andere hängt noch um meinen Hals. Wenn das Opfer keines hat, dann nehme ich mein eigenes. Im Training ist das Bringsel manchmal beim Opfer, weil dann werde ich immer wieder daran erinnert, dass ich ganz zum Opfer gehen muss.